Experimentelle Wissensformate

Wissensformatexperimente können auf unterschiedlichen Medien, Regeln und Konventionen beruhen und sich in unterschiedlichen Kontexten entwickeln.

Wissensformate stehen in der Regel in einem Verbund und emergieren zu komplexen Strukturen, in denen Regelsätze in einen Ablauf, eine Zeit, eine Dramaturgie gesetzt werden. Empirisch erscheinen Wissensformate als ineinander greifende Kommunikationsakte, die von Lese/Hör- und Schreib/Sprechrechten reguliert werden. Die Regulation kann mit Hilfe von Tradition und Konvention (Theater, Vortrag) oder mit Hilfe von symbolischer Herrschaft (Lehrer, Chef) oder durch die mediale Physik von Speichermedien (Buch, Radio) vollzogen werden. Wissensformate sind in dieser Hinsicht immer dort, wo sie die Interaktion integrieren, komplex.

Experimentelle Wissensstrukturen entstehen durch eine besondere (inszenierte oder moderierte) Struktur von einzeln Wissensformaten, einer Wissensstruktur, die entweder aus experimentellen Wissensformaten besteht, aus einer Neukombination oder aber aus der Übertragung von Formaten von einem Bereich in einen anderen.

Experimentelle Wissensformate entstehen in der Anwendung von Regelsätzen. Sie basieren auf einem Regeldiskurs, der sich auf das gesamte Wiki oder aber auch auf ein Projekt und Namespace beziehen kann oder aber auf ein einzelnes experimentelles Wissensformat.

Komplexe Wissensstrukturen bestehen aus einem Ineinander-Greifen von Wissensformaten. Wissensformate wiederum bestehen - wenn sie soziale Elemente enthalten und damit nicht reine speichermediale Formate sind - immer in einem Ineinander-Greifen von unterschiedlichen Wissensformat-Elementen. Innerhalb eines Wissensformat-Elements bleiben die Regeln, die Machtstruktur, die Ordnung, die Sender/Empfänger -Verhältnisse gleich. Vortrag, anschließende Diskussion und inoffizielle Pausengespräche sind drei unterschiedliche Wissensformat-Elemente, aus denen sich in der Regel das Wissensformat “Tagung” zusammensetzt. Jedes Einzelelement, jedes Wissensformat-Element wäre isoliert weniger effektiv, als in der Inszenierung der Tagung. Aber auch die Tagung ist als Wissensformat eingebunden in eine Struktur, in der sie wirksam wird, ohne die sie als Wissensformat nicht existieren könnte.

Um Aussagen über die Entwicklung von Wissensformaten machen zu können, werden Experimente in unterschiedlichen Bereichen und Projekten durchgeführt.

Stichwortsammlung: Hyperstruktur und Multiauktorialität (Trägermedien: Ton und Bildmedien, Distribution: DVD {Abwesenheit}, Narratives Live-Vjing{Anwesenheit und Abwesenheit}) |
Radio (Hörwissen) |
Zeitung |
KESHMA-Kern-Projekt |
Heterotopia |
Installationen |
Performance |
Diskurs: M.E.D.I.E.N

Mehr: Instrument der Forschung

research/wissensformatexperimente.txt · Last modified: 2006/07/04 11:26 by 84.190.165.227
 
 
 
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