Open Source

Was ist Open Source?

Volker Grassmuck erklärt Open Source

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Siehe auch: Freie Software

Unser Anliegen

Wir versuchen, Arbeitsweisen und Strukturen der Open Source Bewegung auf künstlerische und wissenschaftliche Projekte und Forschungsarbeit zu übertragen. Der Unterschied zwischen der Arbeit an Software und Projektarbeit muss berücksichtigt werden.

Im Unterschied zur wissenschaftlichen oder künstlerischen Projektarbeit kann die Entwicklungsleistung im Softwarebereich nicht nur qualitativen, sondern auch quantitativen Größen gefasst werden. Der Begriff - und hier kommt die Ästhetik und Mathematik ins Spiel -, der in diesem Zusammenhang oft angewandt wird, ist der der mathematischen Eleganz.

Mit Hilfe der quantifizierbaren Eleganz können unterschiedliche Lösungen unterschiedlicher Teams und Personen nach mehr oder weniger “objektiv” einsehbaren Parametern beurteilt werden. Wenn der gleiche Prozess in unterschiedlicher Weise gerechnet wird und die Funktion mit unterschiedlichen Algorithmen erfüllt werden kann, dann ist der Algorithmus eleganter und damit besser, der an der gleichen Funktion kürzer rechnet.

Wenn es doch kaum etwas Neues und Relevantes zu berechnen gilt (poetische Mathematik), so kann doch einiges KÜRZER berechnet werden. Unelegante Lösungen (und damit längere Rechenzeiten) ergeben sich unter anderem aus die Adaption an höhere Programmiersprachen und Vorgänger-Versionen.

Kollektives Programmieren ist gemeinsam angewandte Mathematik. Kommt nun (beispielsweise in künstlerischen oder wissenschaftlichen Projekten) die Semantik mit ins Spiel, sind Vorschläge nur noch sehr selten zu quantifizieren und zu messen.

Wir wechseln hier aus dem Raum des Signals und dem operativen Code in den Raum der Zeichen und des performativen Codes. Vom Bereich der Mathematik in den Bereich der Narration, der Rollen und des Sinns.

Was heißt das für die Forschung?

Drei Thesen:

  1. Die Entwicklung von Neuem und Innovativem bedarf - sowohl im Bereich der Wissenschaft als auch der Kunst - der Möglichkeit einer funktionalen Differenzierung, einschließlich der Ausbildung von Hierarchien. Das Besondere kann durch Hierarchien geschützt werden.
  2. Das Performative kann mit Hilfe der Performance erforscht werden und gemäß des Konzepts des Handelnden Beobachters stört vor allem der nicht performende “stille” Beobachter die Performanz.
  3. Regeln für Formate und Strukturen können in einem Netzwerk entwickelt werden, das seine Methoden expliziert und in einem Netzwerk diskutiert.

Strukturelle Überlegungen im Bereich der Forschung müssen Kontingenz immer mit berücksichtigt werden. Die konkreten Anschlüsse und Arbeits- und Kommunikationsstrukturen entstehen nicht immer nur entlang der quantifizierbaren besseren Lösung, sondern dort, wo es Semantik gibt, entsteht eine Komplexität, die über Erwartungen und Erwartungserwartungen, über Macht, Symbolisierung, Rollen, Regeln und Hierarchien reduziert werden muss. Da wir hier qualifizieren und nicht messen, treffen wir hier ständig unentscheidbare Entscheidungen. Die tatsächliche Qualität oder der tatsächliche Nutzen ist uns immer nur über die Vorstellung zugänglich. Evidente Darstellungsweisen, Inszenierung, symbolisches Kapital spielt deshalb in sozialen Systemen, die semantisch und nicht mathematisch arbeiten, eine entscheidende Rolle.

Soziale Systeme sind keine Maschinen und es geht eher darum, Möglichkeiten zu schaffen, Ereignisse und Verbindungen wahrscheinlich zu machen und die Regulative, die durch Kondensation und Rekursionen entstehen, zu beobachten.

Zur Forschung

Deshalb haben wir Dokuwiki gewählt.

Dokuwiki ist ein Tool, in dem Hierarchien möglich sind. Über Hierarchien (in der Regel abgesichert durch symbolische Herrschaft und Geldflüsse) werden unentscheidbare Entscheidungen entschieden, auch gegen den allgemeinen Konsens.

research/glossary/open_source.txt · Last modified: 2006/06/26 10:48
 
 
 
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