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Zu unterscheiden sind offene rhizomatische Strukturen, offene Netzwerke wie etwa offene Mailinglisten und Projektgruppen mit einer gemeinsamen Vision eines Ziels. Das Pendant in Anwesenheit ist einerseits symmetrische Geselligkeit (die durchaus in eine ernsthafte Diskussion umschlagen kann) und andererseits Arbeitszusammenhänge, die immer funktional ausdifferenziert sind. Echte Netzwerke (Netzstrukturen) zeichnen sich gerade durch Übergänge beider Organisationsformen aus. Dieser Übergang ist der eigentlich interessante aber auch der neuralgische Punkt, denn an ihm können die Strukturen auseinanderbrechen. Das Motiv Geselligkeit (Simmel) und ein koordinierte, effektive, gemeinsame Arbeit ohne gemeinsame Vision scheint äußerst schwierig.
Ein wichtiges Instrument hierfür sind Open Calls und das Aushandeln der Einzelpositionen eines Projektes in symmetrischer Kommunikation.
Das Idealszenario eines Netzwerks würde darin bestehen, dass unterschiedliche Projektgruppen, in denen die Positionen und Aufgaben immer wieder zur Disposition stehen, wiederum eine rhizomatische Struktur ergeben und sich über den Erfolg von Methoden, Formaten und Vorgehensweisen austauschen.
Echte Netzwerke sind ideologisch nicht fixierbar und bauen nicht auf einen gemeinsamen Mythos, eine gemeinsame Narration, eine gemeinsame Identität. So gesehen, sind sie das Gegenstück zu politischen Organisationen, insbesondere auch zu Organisationen, die im Untergrund oder versteckt operieren und so immer in der Gefahr sind, ins Visier der Nachrichtendienste zu geraten. Echte Netzwerke dagegen sind offen. Die politische Schlagkraft von Netzwerken besteht gerade darin, dass Organisation und Selbstorganisation spontan und deshalb für alle überraschend ineinander greifen.