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Netzwerkstrukturen entstehen durch die Konvergenz von Baum- und Rhizomstrukturen, d.h. in Netzwerken durchdringen sich symmetrische und asymmetrische Kommunikation.
Netzwerke können technisch soziale Formate (Anwesenheit), Formen der Übertragung und speichermediale Formen umfassen.
Netzwerkstrukturen lassen sich einerseits auf die Verteilung von mehr oder weniger explizierten Rechten des Lesens/Hörens und Schreibens/Sprechens und andersereits auf die empirisch feststellbaren Lese-/Hör- versus Schreib-/Sprechverhältnisse herunterbrechen.
Diese Rechte können entweder konventionell oder charismatisch abgesichert sein oder aber auf Technik basieren. Traditionellerweise war Abwesenheit technisch kontrolliert und Anwesenheit basierte auf Konvention, Macht und Charisma (vgl: Medien und Ungleichheit).
Das heißt: Reden/Nichtreden war kontrolliert über Konvention (Theater, Vortrag) und Charisma und Lese- und Schreibrechte waren technisch kontrolliert vom Medium her. In jenen Medien, in denen durch Reproduktion und Transportfähigkeit Übertragung simuliert wurde (bespielsweise in Zeitungen und Büchern) gab es die Möglichkeit des Rückkanals nicht oder nur außerhalb des Medium etwa in Briefform). Bei den echten Übertragungsmedien dagegen wurde die Asymmetrierung erstmals politisch festgeschrieben, denn das Medium Radio beispielsweise ermöglichte technisch gesehen den Rückkanal (so wie es Brecht in seiner “Radiotheorie”, 1927-1932 fordert). Durch das Ausschalten des Rückkanals wurden wenige Sender mit vielen Empfängern verbunden.
Lese- und Schreiberechte sind noch heute in der Regel (in Abwesenheit) TECHNISCH festgeschrieben. In einer Zeitung kann ein Leser in der Regel nicht schreiben. Im Fernsehen kann nicht jeder auftreten, der es sieht, etc. etc. Die Idee KESHMA als Ganzes auf der Basis von einem Wiki zu bauen, heißt, dass jeder auf jeder Ebene, technisch gesehen, Lese- und Schreibrechte genießt (die dann allerdings von den einzelnen Gruppen nach ihren Bedürfnissen eingeschränkt werden können). Das heißt auch, dass der Text umweltsensibel ist. Diese technische Offenheit bedarf aber, um kreativ und poetisch zu funktionieren, umso strikteren Regeln. Diese Regeln, um ein Wort von Adorno zu zitieren, sind streng und zart.
Der Unterschied zwischen einer technischen Festsetzung von Zugangs- und Kommunikationsrechten und der Festsetzungen von Regeln, besteht darin, dass die Regeln im Diskurs, der ihnen unterworfen wird, entstehen. Dies setzt eine soziale Kontrolle voraus, die von der Intentität der sozialen Beziehungen abhängt.