Denken

Denken als Problemlösung

Die Voraussetzung für das Erreichen eines Ziels vermittels Denken ist weitgehend ein Privileg des Menschen. Hierbei geht es um die Bewältigung von Situationen, für die weder ererbte Instinkthandlungen noch mehr oder minder zur Gewohnheit gewordene, sozial erlernte Verhaltensweisen in ausreichendem Maße Handlungsmuster Skriptwissen bereitstellen.

Unter dem Verhaltensaspekt erscheint die Situation des Denkens zunächst und in seiner pragmatischsten Form als konfliktbedingte Pause angesichts eines Hindernisses, das den gewohnten Vollzug unmöglich macht. Resultat dieser denkerischen Pause kann entweder eine mehr oder weniger erfolgreiche Lösung oder aber der Verzicht, der sich unter Umständen durch eine wunscherfüllende Phantasie kompensiert, sein. Grundsätzlich sind die Handlungen aufgrund von Denken immer als Umwege zu verstehen und somit die Intelligenz als Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge soweit zu durchschauen, dass das scheinbare Entfernen vom Ziel als eigentliche Annäherung verstanden werden kann. Stellt man ein Huhn innerhalb eines U-förmigen Drahtgitters vor einen Haufen Futter, welcher sich auf der anderen Seite des Drahtgitters befindet, wird es längere Zeit hilflos am Gitter auf und ab rennen, während Hunde und Katzen das Hindernis ohne weitere Schwierigkeiten umgehen (W. Köhler {1917}). Baut man nun eine spiralige Drahtwand, in deren Zentrum man Futter tut, auf, schaffen es Hunde und Katzen, von außen nach innen zu gelangen. Positioniert man aber das Futter außen und die Versuchstiere im Zentrum der Spirale, gelingt es den Katzen nicht, dass Futter zu erreichen, da dazu eine periodische Abwendung vom Ziel, also ein echter Umweg, erforderlich ist. Affen dagegen können auch diese Aufgabe bewältigen (W. Trendenburg {1927}.

Dirk Baecker

Was heißt denken?

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(+DB) Denken ist langsam, weil darin seine einzige Chance besteht. Denken heißt innezuhalten, zu zögern, nicht sofort zu reagieren, den Reflex zu unterbinden, dem Instinkt misstrauisch zu begegnen und dann erst etwas zu tun. (...) Dass Denken in der Regel etwas mit Nachdenken zu tun hat, verweist darauf, dass dieses Moment des Verzögerns einer ersten Reaktion und Ermöglichens einer angereichten, komplexeren Reaktion auf die Situation für es zentral ist. (-DB)

research/glossary/denken.txt · Last modified: 2008/11/20 11:47 by 87.187.39.30
 
 
 
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