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[Vorschlag zur Arbeitsweise: Zusammenfassung zunächst in 2000 Zeichen schreiben. Dann kürzen (herausgetrennte Material in eine Sammlung für späteres kopieren). Buchstaben sind Strukturhilfen zum Schreiben und sollen im Antragstext verschwinden. Die Nummerierung sollte dem DFG-Antrag folgen. - In eckigen Klammern stehen Kommentare und Strukturhilfen für den Arbeitsprozess. ]
[Die Relevanz der Forschung / Theoriebedarf ] [a. Unsere Situation Fragestellung Relevanz] Heute stehen wir vor einem nie da gewesen Phänomen. Alle Übertragungsmedien der Neuzeit ... Medienkonvergenz ... Speicherung und Übertragung.
[b. Unfähigkeit der bestehenden Theorien, die anstehenden Forschungsfragen in den Griff zu bekommen.] (Die systematische Medienwissenschaft beschäftigt sich mit Musiktheorie, Musikästhetik, Instrumentenkunde, Akustik und Psychoakustik. Die Performancetheorien legen ihren Akzent auf xxx. In den Cultural Studies endlich werden die Kontexte musikalischer Performanz thematisiert, wobei dann allerdings... blabla)
Über Jahrzehnte war der musikwissenschaftliche Diskurs geprägt von der Gleichsetzung der Musikwissenschaft mit Klangwissenschaft. Als Alternative zu diesem Ansatz soll unser Forschungsvorhaben auch nicht-klangliche Symbolsysteme, Kulturtechniken und die räumliche und mediale Kontextualisierung der Musik mit einbeziehen und auf diese Weise dem kulturtechnischen Paradigmenwechsel gerecht werden.
Das Projekt zielt darauf ab, durch begriffliche Explikation die Gleichsetzung von Musikwissenschaft und Klangwissenschaft zu lockern und eine kulturtechnische Perspektive auf den musikwissenschaftlichen Gegenstand zu gewinnen.
Unsere These ist, dass die theoretischen Instrumente der Musikwissenschaft außerstande sind, sich unter dem gegebenen kulturtechnischen Wandel der Musik der soziokulturellen Herausforderung zu stellen, wobei der Medienbegriff dabei helfen soll, zu klären, wo Musikwissenschaft über die rein klangwissenschaftliche Perspektive hinausreicht.
Das Forschungsprojekt verfolgt einen medienwissenschaftlichen, d.h. einen dezidiert kulturtechnischen Ansatz und begreift Musik als eine kulturtechnisch basierte Praxis. Ausgehend von der historischen Genese der Musik als konventionell und technisch begründete Kulturpraxis soll die Frage nach der aktuellen Bedeutung der digitalen Kodierung, Speicherung, Übertragung und Verarbeitung - insbesondere in der Zusammenwirkung mit traditionellen Kulturtechniken und den gewachsenen Konventionen - untersucht werden.
Selbstverständlich ist das hier skizzierte Forschungsgebiet nicht als Ganzes zu erfassen, sondern muss gleichsam exemplarisch erobert werden. Hierfür werden wir auf reichhaltiges Detailwissen unterschiedlicher Disziplinen zurückgreifen, um zu prüfen, ob sich durch eine medienwissenschaftliche Betrachtung unterschiedliche, bisher unverbundene Ansätze miteinander verbinden lassen. Ziel ist es, insbesondere die Diskontinuitäten und Brüche zu beschreiben, die zu den kulturtechnischen Transformationen führen und geführt haben. Hierbei wollen wir weder einseitig medienmaterialistisch noch kultur-konventionell argumentieren, sondern gerade die Wechselwirkung von Technik und kultureller Konvention betrachten. Ein sich hier abzeichnender Zentralbegriff, der sowohl die Materialität als Basis der Kulturtechnik als auch die ökonomische und kulturkonventionelle Dimension umfasst, ist das Format.
Als Format bezeichnen wir die konventionelle Rahmung, in der Signale als Zeichen lesbar und erst damit zu einer interpretierbaren Erfahrung werden. Die Schlüssigkeit der Erfahrung, die in der Kognition synthetisierte Einheit, bezeichnen wir als Gestalt. Die Gestalt interpretieren wir also nicht werkimmanent, sondern kognitiv. Zu ihrer Bildung bedarf es neben den akustischen Signalketten, in denen ein Werk - beispielsweise in Aufführungen - in Erscheinung tritt, einer Formatkompetenz. Die Formatkompetenz, gleichgültig, ob sie sich einer Aufführungspraxis, einer musikalischen Erziehung oder analytisch-wissenschaftlichen Studien verdankt, geht über rein klangliche Phänomen hinaus. Das Verständnis der Musik unter dem Paradigma der Kommunikation bezieht somit nicht klangliche Phänomene - auch und insbesondere unter dem kulturtechnischen Aspekt - mit ein. Allerdings soll es nicht um erschöpfende Beschreibungen von musikbegleitenden und kontextualisierenden, kulturtechnischen Praktiken gehen (Architektur von Konzerthäusern, Programmheften, Infrastruktur und ökonomische Grundlagen musikalischer Erziehung, institutionelle Grundlagen der Musikwissenschaft und ihrer wissenschaftlichen Formate etc.), sondern das Augenmerk soll insbesondere auf die Transformation dieser kulturtechnischen Praktiken unter den Bedingungen der vernetzten Rechner und der elektronischen Verarbeitung von musikrelevanten Daten gelegt werden. Die Betrachtung der Codierung, Speicherung, Bearbeitung und Übertragung musikrelevanter Daten bezieht somit auch nicht rein klangliche Phänomene unter kulturtechnischer Perspektive mit ein.