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Die Geschichte der technischen Medien ist mit der Religionsgeschichte eng verzahnt. Medien vermitteln und transformieren Religion/en und können ihrerseits religiös aufgeladen werden. Mediale und technologische Innovationen wirken immer auf die Innen- wie Außenwahrnehmung von Religion/en. Mediale und technologische Umbrüche haben seit jeher dazu eingeladen, neue Götter zu erfinden. Religionswissenschaftlich ist der Zusammenhang noch nicht systematisch untersucht worden. Bereits die unterschiedliche Verwendung des Medienbegriffs stellt ein Problem dar, zumal wir nicht nur über Medien (literarisch-sprachliche, technische) nachdenken, sondern in ihnen denken. Vermittlungs- und Rezeptionsvorgänge im religiösen Feld erschöpfen sich nicht im Decodieren heiligen Texte, sondern es geht immer auch um performative und körperliche Bezüge. Statt sich auf die (vermutlich vergebliche) Suche nach einem geeigneten Medienbegriff zu machen, scheint es reizvoll, die mediologischen Anregungen von Régis Debray religionswissenschaftlich gegen zu lesen, zumal Debray selbst permanent auf die abendländische Religionsgeschichte verweist. Mediologie verbindet Technik, Politik und Mystik. „Religion als Kommunikation“ entfaltet sich demnach über Dispositive von Symbolkomplexen, technischen Mitteln, sozialer Organisation und politischer Macht. Lässt sich die abendländische Religionsgeschichte mediologisch neu entdecken? Was könnte der Gewinn einer mediologischen Perspektive für die Religionswissenschaft sein?