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Dialog im Design 2006/08

Der Dialog im Designprozess :: Dialogue in the design process

Forschung von Margarete von Lupin, Journalistin, Redaktorin [Zürich] | margarete(dot)lupin(at)zhdk.ch


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Ausgangslage


In dieser Arbeit geht es darum, einen gestalterischen Blick zu wagen auf ganz bestimmte Dialoge. Es geht um den Versuch, eine Dialogmethode herauszuarbeiten, anwendbar für Gespräche, welche mit dem Ziel der persönlichen Darstellung, Reflexion und Standortbestimmung der eigenen Tätigkeit oder eines Aufgaben- und Problemfeldes innerhalb der eigenen Tätigkeit geführt werden. Weil es um den gestalterischen Aspekt von Dialogen geht, heisst diese Arbeit DialogDesign.

Diese Untersuchung geht nicht davon aus, dass ein Dialog ein Verfahren sei, welches nach einem festen Schema oder System durchgeführt werden könne. Ganz im Gegenteil geht es hier darum, den Dialog in die Nähe der Improvisation zu rücken und herauszuarbeiten, dass Gesprächsteilnehmende viel eher mit der Kompetenz und Performanz improvisierender Musiker verglichen werden könnten.

Ausser Betracht lässt diese Arbeit auch die linguistischen Aspekte und die strukturalistischen Ansätze der Sprachforschung.

Begriffsbestimmung

Dem Begriff ‘Dialog’ geht es zuweilen ähnlich wie dem Begriff ‘Design’: Er wird gerne angewandt, wo von ihm etwas Positives ausgeht, einer Art Vitamin B, womit man immer durchkommt, wo etwas zum Tragen kommen soll wie ‘correct’ und ‘avantgarde’. [Beispiele] Gerne darf es unscharf werden, wenn Vorgänge verschleiernd bezeichnet werden, welche treffender mit ‘dialogähnlich’, ‘teilweise dialogisch’ oder gar ‘schein-dialgosch’ zu bezeichnen wären, in unmittelbarer Nähe zum Etikettenschwindel. [Beispiele]

In dieser Untersuchung sind Dialoge gemeint,
→ welche zur selben Zeit am selben Ort mit mindestens zwei Menschen stattfinden
→ deren anwesende GesprächsparterInnen freiwillig am Ort sind
→ deren anwesende GesprächsparterInnen dieses Gespräch selbst wollen
→ bei welchen die Menschen bereit sind zu sprechen und sich auf den Prozess einlassen
→ bei welchen alle die Möglichkeit haben, gleichermassen aktiv am Gespräch teilzunehmen.

Im Zentrum dieser Arbeit steht, Gesprächsfiguren zu erkennen und zu identifizieren, welche entstehen an der Schnittstelle zwischen den einzelnen Sprechakten im Verlauf eines Dialoges.

Begründung und Relevanz

Diese Gestaltungsmethode stützt sich in ihren Einzelelementen auf bereits bestehende Dialogmodelle und -verfahren, Techniken und Analysen. Ziel der Arbeit ist, diese bestehenden Ansätze aus der Theorie und Praxis so zusammenzuführen, dass ein praxisorientiertes Repertoire entsteht.

Diese Methode kann von allen Personen angewandt werden, welche sich in einer Dialogsituation vorfinden, ob als Fragende, Befragte, oder Moderierende. Sie zielt darauf ab, das Bewusstsein und den Willen auf den Gestaltungsaspekt von Gesprächen zu lenken.

Diese Untersuchung ist zu verstehen als erster Anfang der gestalterischen Sicht auf Dialoge angesichts der Breite und Tiefe dialogischer Praxis. Gäbe es keinen besonderen Bedarf für die oben genannten dialogischen Spezialfälle dieser Untersuchung, sich mehr mit Gestaltungsaspekten des Dialoges auseinander zu setzen, wären die Inhalte dieser Arbeit zu dieser Zeit irrelevant. Doch aufgrund der Tatsache, dass Dialogappelle einerseits, die Verstummung andererseits zu Grundäusserungen und -phänomenen unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit gehören, scheint der Zeitpunkt, sich dem Thema zu stellen, nicht ganz der falsche zu sein.

[Beispiele]

Welche Gestaltungsmöglichkeiten in einer dialogischen Situation bestehen, das zu untersuchen, zu ergründen und zu spezifizieren, im besten Falle zu erweitern, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Es werden Experimente durchgeführt mit Personen aus den Bereichen Design, Architektur und Urbanismus, um mögliche Besonderheiten in der Gestaltung der Gespräche in diesem Themenbereich herauszufinden.



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