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| Dialog im Design 2006/08 |
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Das Wort ‘Dialog’ setzt sich zusammen aus ‘dia’ (griech.: durch, mittels) und ‘log’ (griech. logos: das Wort, die Sprache, der Verstand). Dialog ist also die Bezeichnung für ein Verfahren, welches etwas durch Sprache in eine mitteilbare Form bringt.
Nun hat ‘dia’ aber auch eine zweite Bedeutung, und das ist ‘zwei, zwie’. Diese zweite Bedeutung führt beispielsweise im Fremdwörterbuch von 1958 unter Dialog zur Erklärung ‘Zwiegespräch, Gespräch zu zweit’.
Diese zweite Bedeutung verleitet dazu, Entsprechungen vorzunehmen, durch welche sich der Dialog in folgende Beziehungen setzen lässt:
Zerolog — Monolog — Dialog — Polilog
Oder Grafisch dargestellt:

Anmerkungen zu dieser ‘Beziehungskiste’::
Dia-log als ‘duch das Wort, durch die Sprache’ kann als Methode begriffen werden, um (noch) nicht Versprachlichtes in Worte zu fassen.
Zerolog ist eine Wortschöpfung der Autorin. Zerolog bezeichnet, wenn keine Versprachlichung stattfindet oder stattfinden soll. Zerolog ist also nicht zu verstehen als die blosse Negierung oder Absenz von Dialog, also das Negativ des Dialogs, sondern als bewusst wählbare Methode. Damit ist zum Beispiel die Unterdrückung der Versprachlichung gemeint, das Verbot des ‘In-Worte-Fassens’, das Mittel, keine Worte zu finden, finden zu wollen und lassen, die Abwahl einer Reflexion und eines über das Wort auch mit anderen Menschen teilbaren Reflexionsprozesses.
Monolog ist hier zu verstehen als eine Form der Versprachlichung, welche eine einzige Perspektive bevorzugt. Eine Predigt von der Kanzel ist beispielsweise als Monolog zu betrachten, denn die Gegenrede der Zuhörenden ist weder vorgesehen noch erwünscht. Auch die Rede einer Person, welche innerhalb eines Zweiergespräches oder in einer grösseren Gesprächsrunde nicht an den Argumenten anderer interessiert ist, wird als Monolog klassifiziert.
Der Dialog ist das zentrale Thema dieser Arbeit. Aus diesem Grund wird in allem Umfange hier nicht auf den Dialog eingegangen. Zu bemerken ist allerdings, dass das gemeinsame ‘Gedanken-Entwickeln’ über die Sprache eine die Kompetenz der Selbstreflexion des eigenen Sprechverhaltens voraussetzt und auch die Performanz, sich dem noch Ungeformten auszusetzen und dabei sowohl Geduld als auch Abenteuerlust, Selbstvertrauen und Experimentierfreude ins Spiel zu bringen.
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